Technik & Material

Zahnfüllung: Welche Materialien es gibt und wie die Behandlung abläuft

Symbolbild

Ein kleines Loch im Zahn, ein dunkler Fleck oder ein kurzer, stechender Schmerz bei Süßem oder Kaltem – anfangs scheint das kein großes Problem zu sein. Doch Karies schreitet fort. Eine Füllung kann den Zahn früh stabilisieren und weiteren Schaden verhindern.

Was ist eine Zahnfüllung?

Bei einer Füllung entfernt die Zahnärztin oder der Zahnarzt den kariösen oder beschädigten Teil des Zahns und füllt die Stelle mit einem passenden Material. So werden Form und Funktion wiederhergestellt und die Karies kann nicht weiter voranschreiten.

Füllungsmaterialien im Überblick

  • Komposit (Kunststofffüllung): zahnfarben und heute das am häufigsten verwendete Material. Für Front- und Seitenzähne geeignet; kann sich über die Jahre etwas stärker abnutzen als manche Alternativen.
  • Keramik-Inlays und -Onlays: im Labor individuell gefertigt, sehr ästhetisch, verfärbungsresistent und langlebig – aber aufwendiger und meist teurer als direkte Füllungen.
  • Gold-Inlays: sehr haltbar und präzise in der Passform, mit langer Lebensdauer bei guter Pflege – optisch jedoch auffällig.
  • Glasionomer: kann Fluorid abgeben und den umgebenden Zahn schützen; oft für kleine Füllungen, als Übergangslösung oder bei Milchzähnen.
  • Amalgam: sehr belastbar, aber metallisch sichtbar. In der EU darf Amalgam seit dem 1. Januar 2025 nur noch in medizinisch begründeten Ausnahmefällen verwendet werden.
Farbring zur Bestimmung der Zahnfarbe
Farbring zur Bestimmung der Zahnfarbe · Symbolbild

So läuft die Behandlung ab

Eine direkte Füllung ist meist in einer Sitzung erledigt.

  1. Untersuchung und Röntgen: Größe der Karies und geeignetes Material werden festgelegt.
  2. Betäubung bei Bedarf: Bei oberflächlicher Karies im Zahnschmelz ist sie oft nicht einmal nötig.
  3. Entfernen der Karies: Der geschädigte Bereich wird sorgfältig entfernt und gereinigt.
  4. Füllen: Das Material wird eingebracht und – bei Komposit – mit Licht ausgehärtet.
  5. Formen und Polieren: Die Füllung wird an die natürliche Zahnform angepasst, der Biss geprüft und poliert.

Nach der Füllung

  • Erst essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat – so beißen Sie sich nicht versehentlich auf Wange, Lippe oder Zunge.
  • Anfangs nichts sehr Hartes oder Klebriges essen.
  • Gründlich putzen und Zwischenräume reinigen, damit sich am Füllungsrand keine neue Karies bildet.
  • Regelmäßig zur Kontrolle, damit Probleme früh auffallen.

Leichte Empfindlichkeit auf Heißes oder Kaltes ist in den ersten Tagen normal. Hält sie an oder wird stärker, lassen Sie es kontrollieren. Ist ein Zahn zu stark zerstört, kann statt einer Füllung eine Krone sinnvoll sein – siehe Zirkon- oder E-max-Krone.

Patientin betrachtet ihr Lächeln im Spiegel
Patientin betrachtet ihr Lächeln im Spiegel · Symbolbild
Dr. med. dent. Hasan Coşkun
Über den AutorDr. med. dent. Hasan CoşkunMitgründer der LHC Clinic, Istanbul
„Zahnmedizin und Implantatchirurgie sind für mich keine Fließbandarbeit, sondern ein Handwerk, das ich für jeden Patienten individuell, millimetergenau und mit deutscher Disziplin sorgfältig ausübe.“

Dr. Coşkun hat an der Charité – Universitätsmedizin Berlin Zahnmedizin studiert (Abschluss 2000) und rund 20 Jahre in Deutschland als Zahnarzt gearbeitet. Er hat bis heute mehr als 10.000 Implantate gesetzt. Heute behandelt er in Istanbul mit Schwerpunkt Implantologie. Aufklärung, Planung und Rückfragen laufen direkt mit ihm – auf Deutsch, ohne Dolmetscher.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Füllung?

Das hängt von Material, Lage, Biss und Mundhygiene ab. Als grobe Orientierung werden für Kompositfüllungen oft etwa 5–10 Jahre genannt, für laborgefertigte Inlays häufig deutlich mehr. Regelmäßige Kontrollen helfen, die Lebensdauer zu verlängern.

Tut eine Füllung weh?

Mit örtlicher Betäubung ist die Behandlung in der Regel angenehm. Bei kleiner, oberflächlicher Karies ist oft gar keine Betäubung nötig. Danach kann der Zahn kurzzeitig empfindlich sein.

Wird in Ihrer Praxis noch Amalgam verwendet?

In der EU ist Amalgam seit 2025 nur noch in begründeten Ausnahmefällen zulässig. Heute stehen mit Komposit, Keramik und Gold bewährte Alternativen zur Verfügung, die im Gespräch individuell abgewogen werden.

Quellen

Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus folgenden Studien und Leitlinien (Stand der Recherche: 15. Oktober 2026):

  1. Verordnung (EU) 2024/1849 zur Änderung der Quecksilberverordnung (EU) 2017/852 – Amalgamverbot ab 1. Januar 2025

Read this article in English →

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Ob und welche Behandlung für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach Befund und Aufklärungsgespräch beurteilen.