Implantate

All-on-6 Zahnimplantate

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Wenn alle Zähne fehlen oder die verbliebenen Zähne nicht mehr zu erhalten sind, beeinflusst das Essen, Sprechen und das Gefühl beim Lächeln. Beim All-on-6-Konzept wird ein kompletter Zahnbogen durch eine festsitzende Brücke auf sechs Implantaten ersetzt. So erhalten Sie Zähne, die fest sitzen und sich deutlich natürlicher anfühlen als eine herausnehmbare Prothese.

Was ist All-on-6?

All-on-6 ist eine Implantatversorgung für einen vollständigen Ober- oder Unterkiefer. Sechs Zahnimplantate werden in den Kieferknochen eingesetzt und dienen als künstliche Zahnwurzeln. Darauf wird eine festsitzende Brücke mit zwölf bis vierzehn Zähnen verschraubt. Sie bewegt sich nicht und wird zu Hause nicht herausgenommen. Nur Ihr Zahnarzt kann sie abnehmen, etwa bei einer Kontrolle oder professionellen Reinigung.

Das Prinzip entspricht dem All-on-4-Konzept, allerdings mit zwei zusätzlichen Implantaten. Die Kaukräfte verteilen sich auf sechs statt vier Pfeiler. Das kann zusätzliche Stabilität bringen und gibt dem Zahnarzt mehr Spielraum bei der Planung, besonders bei einem größeren Kiefer oder gutem Knochenangebot im gesamten Zahnbogen.

Die wichtigsten Bestandteile

  1. Sechs Implantate: Sie bestehen in der Regel aus Titan und werden entsprechend Ihrem Knochenangebot, Ihrer Knochenqualität und Ihrem Biss positioniert. Lage und Neigung werden individuell für Ihren Kiefer geplant, damit die Implantate die Kaubelastung sicher tragen können.
  2. Verbindungselemente (Abutments): Sie verbinden die Implantate mit der Brücke und ermöglichen eine präzise Befestigung.
  3. Die Brücke für den gesamten Kiefer: Ein individuell angefertigter Zahnersatz, abgestimmt auf Ihr Gesicht, Ihre Lippenlinie und Ihren Biss. Je nach Situation kommen Materialien wie Zirkon, Kunststoff auf einem verstärkten Gerüst oder eine Kombination infrage.
Zahntechnik: Arbeit am Zahnersatz
Zahntechnik: Arbeit am Zahnersatz · Symbolbild

Für wen ist All-on-6 geeignet?

All-on-6 richtet sich an Menschen, denen in einem Kiefer alle Zähne fehlen oder deren restliche Zähne wegen fortgeschrittener Karies, Parodontitis oder gescheiterter früherer Versorgungen entfernt werden müssen. Auch wer mit einer lockeren oder unbequemen Prothese unzufrieden ist, kann davon profitieren.

Ihr Zahnarzt berücksichtigt dabei in der Regel:

  • Knochenangebot: An den richtigen Stellen muss genug Knochen für sechs Implantate vorhanden sein. Ist das Knochenangebot begrenzt, kommen eventuell ein anderes Konzept wie All-on-4 oder zusätzliche Maßnahmen wie ein Knochenaufbau infrage.
  • Allgemeingesundheit: Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck schließen eine Behandlung nicht grundsätzlich aus, sollten aber gut eingestellt sein, da sie die Heilung beeinflussen können.
  • Rauchen: Rauchen verzögert die Heilung und erhöht das Risiko für Komplikationen an Implantaten. Vor und nach dem Eingriff wird dringend empfohlen, darauf zu verzichten oder es zumindest deutlich einzuschränken.
  • Zahnfleisch und Mundhygiene: Bestehende Entzündungen werden zuerst behandelt, und Sie sollten bereit sein, Ihre neuen Zähne täglich sorgfältig zu reinigen.
  • Medikamente: Manche Medikamente, zum Beispiel bestimmte Knochen- oder Blutverdünnungsmittel, müssen vorab besprochen werden.

Eine gründliche Untersuchung mit Panoramaröntgen und 3D-Aufnahme (DVT) zeigt Ihren Knochen im Detail und hilft bei der Entscheidung, ob All-on-6 für Sie die passende Lösung ist.

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Behandlung erfolgt in der Regel in mehreren Schritten über einige Monate. Bei LHC Dental in Istanbul wird Ihnen jeder Schritt vorab erklärt, damit Sie wissen, was Sie erwartet.

  1. Untersuchung und digitale Planung: Ihr Zahnarzt bespricht Ihre Krankengeschichte, untersucht Ihren Mund und fertigt Röntgen- und 3D-Aufnahmen an. Die Implantatpositionen und die Gestaltung Ihrer künftigen Zähne werden digital geplant.
  2. Vorbereitung: Nicht erhaltungswürdige Zähne werden entfernt, häufig in derselben Sitzung wie die Implantation. Entzündungen werden vor oder während des Eingriffs behandelt.
  3. Einsetzen der Implantate: Unter örtlicher Betäubung, bei Bedarf mit Sedierung, werden die sechs Implantate an den geplanten Positionen gesetzt. Für einen Kiefer dauert der Eingriff meist einige Stunden, je nach Anzahl der Extraktionen und Ihrer Anatomie.
  4. Provisorische Zähne: In vielen Fällen kann kurz nach dem Eingriff eine festsitzende provisorische Brücke befestigt werden, sofern die Implantate ausreichend stabil sind und die Knochenverhältnisse es zulassen. Ist das nicht möglich, bespricht Ihr Zahnarzt mit Ihnen eine andere provisorische Lösung.
  5. Einheilphase: In etwa drei bis sechs Monaten verwachsen die Implantate mit dem Knochen (Osseointegration). Die genaue Dauer ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt von der Knochenqualität und Ihrer Allgemeingesundheit ab.
  6. Endgültige Brücke: Nach bestätigter Einheilung werden präzise Abformungen oder Scans angefertigt. Ihre definitive Brücke wird hergestellt, einprobiert und befestigt. Anschließend wird Ihr Biss sorgfältig überprüft und angepasst.

Vorteile von All-on-6

  • Festsitzende, stabile Zähne: Die Brücke ist auf den Implantaten verschraubt. Es gibt kein Verrutschen, kein Wackeln und keine Haftcreme wie bei einer herausnehmbaren Prothese.
  • Belastung auf sechs Pfeilern: Die Verteilung der Kaukräfte auf sechs Implantate kann das einzelne Implantat entlasten und bietet eine zusätzliche Reserve, falls ein Implantat einmal behandelt werden muss.
  • Besseres Kauen: Nach abgeschlossener Heilung können die meisten Patienten deutlich mehr Lebensmittel essen als mit einer herkömmlichen Prothese.
  • Freier Gaumen: Eine All-on-6-Brücke im Oberkiefer bedeckt den Gaumen in der Regel nicht. Das kommt dem Geschmacks- und Temperaturempfinden sowie dem Tragekomfort zugute.
  • Deutlicheres Sprechen: Da sich die Zähne nicht bewegen, empfinden viele Menschen das Sprechen als leichter und natürlicher.
  • Unterstützung des Kieferknochens: Implantate leiten die Kaukräfte in den Knochen und können so den Knochenabbau verlangsamen, der nach Zahnverlust meist eintritt.
  • Stütze für das Gesicht: Eine gut gestaltete Brücke stützt Lippen und Wangen und kann einem eingefallenen Gesichtsausdruck entgegenwirken.
  • Natürliches Aussehen: Form, Farbe und Zahnlänge werden passend zu Ihrem Gesicht geplant.
  • Langfristige Lösung: Bei guter täglicher Pflege und regelmäßigen Kontrollen können Implantate und Brücke Ihnen viele Jahre dienen.
  • Oft weniger Zusatzeingriffe: Durch sorgfältige Planung lässt sich vorhandener Knochen nutzen, wodurch bei manchen Patienten ein Knochenaufbau oder Sinuslift seltener nötig sein kann. Das hängt jedoch von Ihrer Anatomie ab.
Paar bei einem Spaziergang
Paar bei einem Spaziergang · Symbolbild

Nachsorge: Die ersten Wochen und danach

Wie Sie nach dem Eingriff mit Ihrem Mund umgehen, beeinflusst die Heilung unmittelbar. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen persönliche Anweisungen; die folgenden Punkte gelten für die meisten Patienten.

Direkt nach dem Eingriff

  • Essen und trinken Sie nichts Heißes, bevor die Betäubung nachgelassen hat. Solange der Mund taub ist, können Sie sich leicht unbemerkt in Wange, Lippe oder Zunge beißen oder verbrühen.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein. Dazu können Schmerzmittel, Antibiotika und eine antiseptische Mundspülung gehören. Nehmen Sie Antibiotika bis zum Ende ein, auch wenn Sie sich gut fühlen.
  • Kühlen Sie am ersten Tag von außen, um Schwellungen zu verringern.
  • Schonen Sie sich und lagern Sie den Kopf in den ersten Nächten leicht erhöht.

Essen und Trinken

  • Ernähren Sie sich in den ersten Wochen weich, zum Beispiel mit nicht zu heißen Suppen, Joghurt, Gemüsepüree, Eiern und weichem Fisch, damit die Implantate während der Heilung nicht überlastet werden.
  • Meiden Sie sehr heiße und scharfe Speisen, da sie das heilende Zahnfleisch reizen können.
  • Verzichten Sie auf harte, knusprige oder klebrige Lebensmittel wie Nüsse, harte Brotkrusten oder Kaugummi, bis Ihr Zahnarzt sie freigibt.
  • Verzichten Sie während der Heilphase auf Alkohol, besonders solange Sie Medikamente einnehmen, da er die Heilung verzögern und mit Medikamenten wechselwirken kann.
  • Benutzen Sie in den ersten Tagen keinen Strohhalm, da der Sog die Wunde stören kann.

Mundhygiene und Gewohnheiten

  • Reinigen Sie sanft, aber gründlich nach den erhaltenen Anweisungen. Spezielle Bürsten, Interdentalbürstchen oder eine Munddusche helfen, unter der Brücke zu reinigen.
  • Rauchen Sie während der Heilung nicht, idealerweise auch danach nicht, denn Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Probleme an Implantaten.
  • Wenn Sie mit den Zähnen knirschen oder pressen, kann eine Aufbissschiene für die Nacht empfohlen werden, um die Brücke zu schützen.
  • Nehmen Sie alle Nachsorgetermine wahr und lassen Sie nach der Behandlung regelmäßig professionelle Reinigungen und Kontrollen durchführen.

Wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt, wenn Schmerzen zunehmen, Schwellungen nach den ersten Tagen nicht zurückgehen, eine Blutung nicht aufhört oder sich ein Teil der Brücke locker anfühlt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen All-on-4 und All-on-6?

Bei beiden Konzepten wird ein ganzer Zahnbogen durch eine festsitzende Brücke auf Implantaten ersetzt. Bei All-on-6 werden sechs statt vier Implantate verwendet, wodurch sich die Kaubelastung auf mehr Pfeiler verteilt. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt vor allem von Knochenangebot, Kiefergröße und Biss ab. Ihr Zahnarzt gibt Ihnen nach Auswertung der 3D-Aufnahmen eine Empfehlung.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, bei Bedarf mit Sedierung, sodass Sie während der Behandlung in der Regel kaum etwas spüren. Danach sind Schwellungen und Beschwerden für einige Tage üblich; sie lassen sich meist gut mit den verordneten Schmerzmitteln lindern.

Bekomme ich am selben Tag Zähne?

In vielen Fällen kann kurz nach dem Eingriff eine festsitzende provisorische Brücke befestigt werden, sofern die Implantate ausreichend stabil sind und die Knochenverhältnisse es zulassen. Ob das bei Ihnen möglich ist, wird bei der Planung festgelegt und während des Eingriffs bestätigt.

Wie lange dauert die gesamte Behandlung?

Von der Implantation bis zur endgültigen Brücke vergehen in der Regel etwa drei bis sechs Monate. Die Einheilzeit ist individuell verschieden, und zusätzliche Maßnahmen wie ein Knochenaufbau können sie verlängern.

Wie reinige ich eine All-on-6-Brücke?

Sie putzen die Brücke wie natürliche Zähne und reinigen darunter mit Interdentalbürstchen, spezieller Zahnseide oder einer Munddusche. Ihr Zahnarzt zeigt Ihnen die richtige Technik. Wichtig sind außerdem regelmäßige professionelle Reinigungen, bei denen die Brücke bei Bedarf abgenommen werden kann.

Ist All-on-6 möglich, wenn mir gesagt wurde, dass ich wenig Knochen habe?

Möglicherweise. Bei begrenztem Knochenangebot kann Ihr Zahnarzt einen Knochenaufbau, einen Sinuslift oder ein anderes Implantatkonzept wie All-on-4 vorschlagen. Eine verlässliche Beurteilung ist nur mit einer 3D-Aufnahme möglich.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Ob und welche Behandlung für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach Befund und Aufklärungsgespräch beurteilen.