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Straumann, Ankylos, Hiossen: Was hinter den Implantatmarken steckt – und warum das für die Nachsorge zählt

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Wer sich über Zahnimplantate in der Türkei informiert, stößt schnell auf Markennamen wie Straumann, Ankylos oder Hiossen. Doch was unterscheidet diese Systeme – und warum sollten Sie überhaupt wissen, welches Implantat in Ihrem Kiefer sitzt? Dieser Beitrag ordnet die drei Marken sachlich ein und zeigt, worauf es für die spätere Betreuung in Deutschland ankommt.

Warum die Implantatmarke überhaupt eine Rolle spielt

Ein Zahnimplantat ist kein einzelnes Bauteil, sondern Teil eines Systems. Zur künstlichen Zahnwurzel aus Titan oder einer Titanlegierung gehören Aufbauteile (Abutments), Halteschrauben, Abformpfosten, Laborteile und spezielle Instrumente. Alle diese Komponenten sind genau aufeinander abgestimmt – und die Verbindung zwischen Implantat und Aufbau unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.

Für Sie bedeutet das: Die Marke entscheidet mit darüber, welche Teile Ihr Zahnarzt später braucht, wenn sich etwa eine Schraube lockert, eine Krone erneuert werden soll oder eine Reparatur ansteht. Das Implantatsystem ist deshalb eine Information, die Sie dauerhaft kennen sollten – idealerweise schriftlich im Implantatpass.

Wichtig vorab: Es gibt nicht „das eine richtige“ System. Welches Implantat zu Ihnen passt, hängt vom Knochenangebot, von der Position im Kiefer, von der geplanten Versorgung und nicht zuletzt davon ab, wo Sie später betreut werden.

Straumann: Implantologie aus der Schweiz

Straumann ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Basel, das sich seit Jahrzehnten mit Zahnimplantaten beschäftigt. Die Implantate des Herstellers sind wissenschaftlich umfangreich dokumentiert; es gibt Langzeitstudien über viele Jahre, und das System wird an Universitäten und in Praxen in vielen Ländern eingesetzt.

Bekannt ist Straumann unter anderem für speziell behandelte Implantatoberflächen, die die Einheilung in den Knochen unterstützen sollen, und für Implantate aus einer Titan-Zirkonium-Legierung, die auch in schmalen Durchmessern verfügbar sind. Das Sortiment umfasst verschiedene Implantatformen für unterschiedliche Knochensituationen.

In Deutschland ist Straumann in vielen Zahnarztpraxen vertreten. Aufbauteile und Ersatzkomponenten sind über den Hersteller und Dentallabore in der Regel gut erhältlich – ein praktischer Vorteil, wenn die Nachsorge später bei Ihrem Hauszahnarzt stattfinden soll.

Implantat-Set für die Operation
Implantat-Set für die Operation · Symbolbild

Ankylos: ein System mit deutschen Wurzeln

Ankylos wurde in den 1980er-Jahren in Deutschland entwickelt und gehört heute zum Portfolio des internationalen Dentalunternehmens Dentsply Sirona. Das System ist seit rund vier Jahrzehnten im klinischen Einsatz und ebenfalls gut dokumentiert.

Charakteristisch für Ankylos ist die konische Verbindung zwischen Implantat und Aufbau. Sie ist darauf ausgelegt, einen dichten und mechanisch stabilen Übergang zu schaffen, und das Konzept zielt darauf ab, Knochen und Zahnfleisch rund um den Implantathals zu schonen.

Weil das System aus Deutschland stammt, kennen es viele deutsche Zahnärzte und Labore aus ihrem Berufsalltag. Komponenten sind über Dentsply Sirona in Deutschland in der Regel verfügbar.

Hiossen: die US-Marke der Osstem-Gruppe

Hiossen ist die US-amerikanische Marke der südkoreanischen Osstem-Gruppe. Osstem ist international weit verbreitet, besonders in Asien; unter dem Namen Hiossen werden die Implantate in den USA vertrieben und dort in vielen Praxen eingesetzt. Technisch basieren sie auf dem Osstem-Implantatsystem.

Die Implantate sind klinisch etabliert und für viele Standardsituationen gut geeignet. Wie bei den anderen Herstellern gibt es verschiedene Implantatlinien für unterschiedliche Knochenqualitäten.

Für Patienten aus Deutschland gehört ein Punkt ehrlich angesprochen: In deutschen Praxen ist dieses System seltener anzutreffen als Straumann oder Ankylos. Nicht jede Praxis hat Erfahrung damit oder das passende Instrumentarium vorrätig, und die Beschaffung von Komponenten sollte vorab geklärt werden. Das ist keine Aussage über die Qualität, sondern eine praktische Frage der Nachsorge.

Zahnimplantat in der Hand
Zahnimplantat in der Hand · Symbolbild

Diese Angaben sollten Sie zu Ihrem Implantat kennen

  • Hersteller, Implantatlinie, Durchmesser und Länge jedes Implantats
  • die Art der Verbindung zwischen Implantat und Aufbau (zum Beispiel konisch)
  • das verwendete Abutment und die Halteschraube – und ob die Krone verschraubt oder zementiert ist
  • die Chargennummern, meist als Aufkleber im Implantatpass
  • ob Ihr Zahnarzt in Deutschland mit diesem System arbeitet oder Teile über ein Labor beziehen kann

Diese Informationen klingen technisch, sind aber für jeden nachbehandelnden Zahnarzt sehr wertvoll. Mit ihnen kann er ohne Rätselraten das passende Werkzeug und die richtigen Ersatzteile beschaffen. Wie die Betreuung zu Hause konkret abläuft, lesen Sie im Beitrag Nachsorge in Deutschland und der Implantatpass.

Warum Dr. Coşkuns Jahre in Deutschland bei der Systemwahl helfen

Dr. Hasan Coşkun hat in Deutschland Zahnmedizin studiert und rund 20 Jahre als Zahnarzt in Deutschland gearbeitet. Er weiß aus dieser Zeit, welche Implantatsysteme in deutschen Praxen und Laboren verbreitet sind und welche Unterlagen ein Hauszahnarzt braucht, um eine Versorgung aus dem Ausland ohne Umwege weiterzuführen.

Das fließt direkt in die Planung ein. Arbeitet Ihr Zahnarzt zu Hause bereits mit einem bestimmten System, kann das ein Argument für genau dieses System sein – sofern es medizinisch passt. Solche Überlegungen bespricht Dr. Coşkun mit Ihnen auf Deutsch, direkt und ohne Dolmetscher, sodass Sie die Gründe für die Entscheidung nachvollziehen können.

Nach der Behandlung erhalten Sie die Dokumentation so, wie man sie aus Deutschland kennt: Implantatpass mit Herstellerangaben, Röntgenbilder und Befunde. So kann Ihr Zahnarzt zu Hause jederzeit nachvollziehen, was gemacht wurde.

Die Marke ist wichtig – aber nicht alles

So hilfreich ein etabliertes System ist: Der Erfolg eines Implantats hängt ebenso von sorgfältiger Diagnostik, der chirurgischen Technik, dem Knochenangebot und Ihrer Mundhygiene ab. Grundlage jeder Planung ist ein 3D-Röntgenbild, das zeigt, wie viel Knochen zur Verfügung steht. Warum das so wichtig ist, erklärt der Artikel über 3D-DVT und digitale Implantatplanung.

Auch allgemeine Faktoren wie Rauchen, Diabetes oder eine unbehandelte Parodontitis beeinflussen die Einheilung. Welche Rolle sie spielen, lesen Sie unter Risiken und Erfolgsfaktoren bei Implantaten.

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung. Welches System in Ihrem Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach Befund und Bildgebung beurteilen.

Wenn Sie bereits eine Panoramaaufnahme (OPG) haben, können Sie diese einfach schicken. Dr. Coşkun sieht sie sich an und gibt Ihnen eine unverbindliche Ersteinschätzung auf Deutsch – einschließlich der Frage, welche Implantatsysteme für Ihre Situation grundsätzlich in Betracht kommen.

Dr. med. dent. Hasan Coşkun
Über den AutorDr. med. dent. Hasan CoşkunMitgründer der LHC Clinic, Istanbul
„Zahnmedizin und Implantatchirurgie sind für mich keine Fließbandarbeit, sondern ein Handwerk, das ich für jeden Patienten individuell, millimetergenau und mit deutscher Disziplin sorgfältig ausübe.“

Dr. Coşkun hat an der Charité – Universitätsmedizin Berlin Zahnmedizin studiert (Abschluss 2000) und rund 20 Jahre in Deutschland als Zahnarzt gearbeitet. Er hat bis heute mehr als 10.000 Implantate gesetzt. Heute behandelt er in Istanbul mit Schwerpunkt Implantologie. Aufklärung, Planung und Rückfragen laufen direkt mit ihm – auf Deutsch, ohne Dolmetscher.

Häufige Fragen

Ist Straumann besser als Ankylos oder Hiossen?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Alle drei sind etablierte, klinisch dokumentierte Implantatsysteme mit unterschiedlichen technischen Konzepten. Welches System passt, hängt von Ihrem Befund, der geplanten Versorgung und davon ab, wo Sie später betreut werden.

Kann mein Zahnarzt in Deutschland jedes Implantat weiterbehandeln?

Kontrollen und professionelle Reinigung sind grundsätzlich bei jedem System möglich. Für Arbeiten an Aufbauteilen, Schrauben oder Kronen braucht Ihr Zahnarzt jedoch systemspezifische Teile und Instrumente. Deshalb ist es sinnvoll, vorab mit ihm zu klären, mit welchen Systemen er vertraut ist.

Woher weiß ich, welches Implantat ich bekommen habe?

Nach der Implantation erhalten Sie einen Implantatpass. Darin stehen Hersteller, Implantatlinie, Durchmesser, Länge und Position jedes Implantats, meist ergänzt durch die Chargennummern. Bewahren Sie ihn gut auf und legen Sie ihn bei jedem Zahnarztbesuch vor.

Werden in der Türkei andere Implantate verwendet als in Deutschland?

Die international etablierten Systeme sind dieselben. Dr. Coşkun setzt in Istanbul unter anderem Straumann, Ankylos und Hiossen ein. Entscheidend ist, dass das verwendete System genau dokumentiert wird, damit die Nachsorge in Deutschland reibungslos funktioniert.

Kann ich mir die Implantatmarke selbst aussuchen?

Ihre Wünsche können Sie selbstverständlich ansprechen, etwa wenn Ihr Hauszahnarzt ein bestimmtes System bevorzugt. Die endgültige Wahl muss aber medizinisch zu Ihrem Knochenangebot und zur geplanten Versorgung passen. Das wird nach der Untersuchung gemeinsam besprochen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Ob und welche Behandlung für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach Befund und Aufklärungsgespräch beurteilen.