Zahnfleisch

Kürettage des Zahnfleischs

Symbolbild

Die Kürettage ist eine Tiefenreinigung unterhalb des Zahnfleischrands, bei der Zahnstein, Bakterien und entzündetes Gewebe entfernt werden, damit das Zahnfleisch abheilen und sich wieder an die Zähne anlegen kann. Bei LHC Dental in Istanbul wird sie nach einer sorgfältigen Untersuchung des Zahnfleischs geplant und Schritt für Schritt erklärt, damit Sie wissen, was Sie vor, während und nach der Behandlung erwartet.

Was ist eine Kürettage und wie wird sie durchgeführt?

Eine nicht-chirurgische Behandlung bei Zahnfleischerkrankungen

Die Kürettage ist ein nicht-chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Zahnfleischerkrankungen. Dabei werden Beläge, harter Zahnstein und entzündetes Gewebe unter dem Zahnfleisch entfernt – aus dem Raum zwischen Zahnfleisch und Zahnwurzel. In der Regel wird sie zusammen mit einer Wurzelglättung durchgeführt, bei der die Wurzeloberflächen geglättet werden, damit sich Bakterien dort schlechter erneut ansiedeln können. Zahnfleischerkrankungen beginnen häufig mit Rötung, Schwellung und Zahnfleischbluten. Bleiben sie unbehandelt, können sie nach und nach das Gewebe zerstören, das die Zähne hält, und schließlich zu Zahnverlust führen. Indem die Kürettage die Ursache der Entzündung beseitigt, behandelt sie nicht nur das Zahnfleisch, sondern trägt auch zum Schutz des Knochens bei, der Ihre Zähne trägt.

So läuft die Behandlung ab

  1. Untersuchung und Befund: Ihr Zahnarzt untersucht Ihr Zahnfleisch und misst mit einer feinen Sonde die Tiefe der Zwischenräume zwischen Zahnfleisch und Zähnen, der sogenannten Zahnfleischtaschen. Gesundes Zahnfleisch weist in der Regel nur wenige Millimeter tiefe Taschen auf; tiefere Taschen deuten auf eine Erkrankung hin. Gegebenenfalls werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um das Knochenniveau um die Zähne zu beurteilen.
  2. Örtliche Betäubung: Der zu behandelnde Bereich wird betäubt, damit die Reinigung angenehm verläuft. Je nachdem, wie viele Bereiche betroffen sind, wird der Mund in einer Sitzung behandelt oder in Abschnitte auf mehrere Termine aufgeteilt.
  3. Reinigung unter dem Zahnfleisch: Mit speziellen Handinstrumenten, sogenannten Küretten, häufig ergänzt durch Ultraschallgeräte, entfernt der Zahnarzt Beläge, Zahnstein und entzündetes Gewebe aus den Taschen und von den Wurzeloberflächen.
  4. Glätten der Wurzeln: Die Wurzeloberflächen werden geglättet, um verbliebene Ablagerungen zu entfernen und es neuen Belägen zu erschweren, sich festzusetzen.
  5. Spülung und Hinweise: Die behandelten Bereiche werden mit einer antiseptischen Lösung gespült, und Sie erhalten klare Hinweise zur Pflege zu Hause während der Heilung.

Nach der Behandlung beginnt die Entzündung in der Regel abzuklingen, das Zahnfleisch strafft sich, und die Taschen werden in den folgenden Wochen häufig flacher.

Zahnfleischbehandlung
Zahnfleischbehandlung · Symbolbild

Warum ist die Kürettage wichtig?

Beläge, die nicht entfernt werden, verhärten sich zu Zahnstein, der sich mit der Zahnbürste nicht mehr entfernen lässt. Sammeln sich Zahnstein und Bakterien unterhalb des Zahnfleischrands, entzündet sich das Zahnfleisch und beginnt sich vom Zahn zu lösen – es entsteht eine Tasche. Diese Taschen sind zu Hause schwer zu erreichen und bieten Bakterien ideale Bedingungen, sodass die Erkrankung oft ohne große Schmerzen weiter fortschreitet.

Die Kürettage hilft dabei:

  • Zahnfleischentzündungen zu verringern: Werden Bakterien und entzündetes Gewebe entfernt, kann gerötetes, geschwollenes und blutendes Zahnfleisch zur Ruhe kommen und abheilen.
  • Die Taschentiefe zu verringern: Während das Zahnfleisch heilt, kann es sich wieder enger an den Zahn anlegen, sodass die Taschen flacher und leichter sauber zu halten sind.
  • Bereiche zu reinigen, die Sie zu Hause nicht erreichen: Ablagerungen unter dem Zahnfleischrand werden gründlich entfernt, was mit Zähneputzen und Zahnseide allein nicht möglich ist.
  • Zähne und Knochen zu schützen: Wird die Entzündung gestoppt, lässt sich Knochenabbau verlangsamen oder aufhalten, und das Risiko für gelockerte Zähne sinkt.
  • Mundgeruch entgegenzuwirken: Bakterien in tiefen Taschen sind eine häufige Ursache für anhaltenden Mundgeruch.

Für wen ist die Kürettage geeignet?

Ob eine Kürettage der richtige Schritt ist, entscheidet Ihr Zahnarzt nach der Untersuchung Ihres Zahnfleischs. Häufig empfohlen wird sie bei:

  • Zahnfleischerkrankungen: einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die auf regelmäßige Reinigung nicht anspricht, oder einer leichten bis mittelschweren Parodontitis mit vertieften Taschen.
  • Zahnfleischtaschen: Haben sich Taschen zwischen Zahnfleisch und Zähnen gebildet, werden diese gereinigt, und eine weitere Vermehrung von Bakterien wird eingedämmt.
  • Zahnstein unterhalb des Zahnfleischrands: Ablagerungen unter dem Zahnfleisch müssen professionell entfernt werden, auch bei guter Putztechnik.
  • Vorbereitung auf weitere Behandlungen: Gesundes Zahnfleisch ist eine wichtige Grundlage vor Implantaten, Kronen, Veneers oder einer kieferorthopädischen Behandlung.

In fortgeschrittenen Fällen mit sehr tiefen Taschen oder deutlichem Knochenabbau kann die Kürettage der erste Behandlungsschritt sein; eine chirurgische Parodontalbehandlung wird dann bei Bedarf im Anschluss erwogen.

Nachsorge nach der Kürettage

Leichte Empfindlichkeit, etwas Zahnfleischbluten beim Putzen und eine vorübergehende Kälteempfindlichkeit sind in den ersten Tagen üblich. Diese Anzeichen lassen in der Regel nach, während das Zahnfleisch heilt.

  1. Erst essen, wenn die Betäubung nachgelassen hat. So vermeiden Sie, sich versehentlich in Wange, Lippe oder Zunge zu beißen.
  2. Etwa 48 Stunden auf färbende Speisen und Getränke verzichten. In den ersten beiden Tagen sind das behandelte Zahnfleisch und die frisch gereinigten Wurzeloberflächen anfälliger für Verfärbungen. Meiden Sie in dieser Zeit möglichst Tee, Kaffee, Rotwein, Cola, Ketchup, Tomatensoße, Sojasoße, Curry und andere stark färbende Lebensmittel.
  3. Weiche, milde Speisen wählen. Scharfe, saure, sehr harte oder knusprige Speisen können das heilende Zahnfleisch reizen. Auch sehr heiße und sehr kalte Speisen können anfangs unangenehm sein.
  4. Sanft, aber gründlich putzen. Verwenden Sie eine weiche Zahnbürste und reinigen Sie weiterhin alle Zähne. Belagfreiheit ist für die Heilung entscheidend; seien Sie im behandelten Bereich einfach behutsam. Nehmen Sie Zahnseide oder Interdentalbürsten nach Empfehlung Ihres Zahnarztes vorsichtig wieder auf.
  5. Mundspülung wie empfohlen anwenden. Wird eine antiseptische Mundspülung empfohlen, verwenden Sie diese für den von Ihrem Zahnarzt genannten Zeitraum.
  6. Auf das Rauchen verzichten. Rauchen verringert die Durchblutung des Zahnfleischs und gehört zu den wichtigsten Faktoren, die die Heilung verzögern und ein Wiederauftreten der Erkrankung begünstigen.
  7. Medikamente wie verordnet einnehmen. Bei Bedarf können Schmerzmittel eingenommen werden; nehmen Sie andere verschriebene Medikamente genau nach Anweisung ein.
  8. Den Kontrolltermin wahrnehmen. Ihr Zahnarzt überprüft, wie das Zahnfleisch reagiert hat, und misst die Taschen erneut.

Ist die Kürettage sicher?

Die Kürettage ist ein bewährtes und sicheres Verfahren, wenn sie von einem ausgebildeten Zahnarzt durchgeführt wird. Danach kann eine gewisse Empfindlichkeit auftreten, vor allem gegenüber Kälte, da gereinigte Wurzeloberflächen nach dem Abschwellen des Zahnfleischs freier liegen können. Dies bessert sich in der Regel innerhalb einiger Wochen; eine Zahnpasta für empfindliche Zähne kann dabei helfen.

Ist die Kürettage eine dauerhafte Lösung?

Die Kürettage kann zu einer lang anhaltenden Verbesserung führen, das Ergebnis hängt jedoch davon ab, wie es danach weitergeht. Parodontitis ist eine chronische Erkrankung: Wenn sich erneut Beläge bilden, kann die Entzündung zurückkehren. Tägliches Zähneputzen, die Reinigung der Zahnzwischenräume, der Verzicht auf das Rauchen sowie regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigungen – je nach Situation häufig alle drei bis sechs Monate – sind entscheidend, um Ihr Zahnfleisch langfristig gesund zu halten.

Zahnseide am Modell – Mundhygiene
Zahnseide am Modell – Mundhygiene · Symbolbild

Zahnfleischbehandlung bei LHC Dental

Bei LHC Dental beginnt die Zahnfleischbehandlung mit der Messung Ihrer Zahnfleischtaschen und der Auswertung von Röntgenaufnahmen, damit das Ausmaß der Erkrankung vor der Reinigung klar ist. Ihr Zahnarzt erklärt Ihnen, welche Bereiche behandelt werden müssen, ob dies in einem oder mehreren Terminen geschieht und wie Sie Ihr Zahnfleisch zu Hause pflegen. Wenn Sie weitere Behandlungen wie Implantate oder Veneers planen, kann die Zahnfleischbehandlung darauf abgestimmt werden, sodass die weitere Versorgung auf gesundem Zahnfleisch aufbaut.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Kürettage schmerzhaft?

Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass die meisten Patienten nur Druck und Vibration spüren. Danach kann das Zahnfleisch einige Tage empfindlich sein; dies lässt sich in der Regel mit üblichen Schmerzmitteln gut lindern.

Wie lange dauert die Heilung des Zahnfleischs?

Die erste Heilungsphase dauert meist etwa ein bis zwei Wochen. Das Zahnfleisch strafft sich in den folgenden Wochen weiter, und Ihr Zahnarzt beurteilt die Taschen in der Regel nach einigen Wochen erneut. Die Heilungsdauer ist individuell verschieden.

Warum sollte ich nach der Behandlung auf Tee, Kaffee und Ketchup verzichten?

In den ersten 48 Stunden nehmen das behandelte Zahnfleisch und die frisch gereinigten Wurzeloberflächen leichter Farbstoffe auf. Wenn Sie in dieser Zeit auf stark färbende Speisen und Getränke verzichten, beugen Sie Verfärbungen vor.

Ist Zahnfleischbluten nach der Kürettage normal?

Leichtes Bluten beim Zähneputzen in den ersten Tagen ist üblich und nimmt in der Regel ab, während die Entzündung abklingt. Ist die Blutung stark oder hält sie lange an, wenden Sie sich an Ihren Zahnarzt.

Kann die Zahnfleischerkrankung nach der Kürettage zurückkehren?

Ja, wenn sich Beläge und Zahnstein erneut ansammeln. Eine gute tägliche Mundhygiene und regelmäßige professionelle Kontrollen sind der beste Weg, um das Ergebnis langfristig stabil zu halten.

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche Untersuchung. Ob und welche Behandlung für Sie infrage kommt, lässt sich erst nach Befund und Aufklärungsgespräch beurteilen.